Neben der Pflanzenheilkunde ist einer meiner Schwerpunkte die Blutegeltherapie/Hirudotherapie. Sie erlebt zur Zeit eine Renaissance und ich bin begeistert von dieser jahrtausendealten Therapie. Sie gehört zu den sogenannten "ausleitenden Verfahren", sie ist die tiefgreifendste und effizienteste aller Ausleitungsmethoden. Zudem steht uns mit ihr eine völlig natürliche Schmerzlinderung zur Verfügung. Ich habe mich ausführlich bei Dr. D. Kähler in Wil (Hirumed) weitergebildet, bzw tue dies immer noch laufend. 

Es gibt einige gute und wissenschaftlich fundierte Studien, welche die Wirksamkeit der Blutegelbehandlung bestätigen. Speziell erwähnt sei hier die hervorragende Wirkung bei Arthrosen. Es kann eine signifikante Schmerzlinderung und Verbesserung der Beweglichkeit erreicht werden. 

Die Heilwirkung der Hirudotherapie entsteht durch Reaktionen des Körpers auf den Biss, durch das Saugen und das längere Nachbluten, vor allem aber durch die biologisch aktiven Stoffe im Egelsekret, welche das Tier während der Behandlung in den Körper spritzt. Der Blutegelspeichel ist wie eine kleine Apotheke, er besteht aus über 100 bioaktiven Substanzen. Sie wirken unter Anderem schmerzstillend, entzündungshemmend, blutverdünnend, entspannend, antibiotisch und entstauend bzw Lymphfluss-anregend. Und dies nicht nur lokal an der Biss-Stelle.

Eine Therapie mit Blutegeln eignet sich bei einer Vielzahl von Beschwerden. Es sind typischerweise:

  • Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Arthrosen, Hallux Valgus, Fersensporn, Bandscheibenvorfälle, Sehnenscheidenentzündungen, Tennis- und Golfarm, Ischiasbeschwerden
  • Entzündliche Prozesse wie Furunkel, Karbunkel, Umläufe usw.
  • Hämatome nach Unfällen oder Operationen, Prellungen und Quetschungen
  • Sportverletzungen
  • Venenbeschwerden
  • Frauenheilkundliche Beschwerden, Fruchtbarkeitsstörungen
  • Des Weiteren Muskelverspannungen, Baker-Zysten, schlecht heilende Narben, Kopfschmerzen, akuter Tinnitus uvm.

Eine Blutegeltherapie kann aber auch als Blutreinigungskur und Prophylaxe durchgeführt werden oder als allgemeine Umstimmungstherapie. Denn ein Ziel der Hirudotherapie ist es, eine bessere Versorgung der Grundsubstanz (Pischinger Raum) sicher zu stellen und somit einer Verbesserung des Zellstoffwechsels. Denn "ohne Verbesserung der Blut- und Lymphzirkulation ist Selbstheilung undenkbar" (Prof. Dr. Alexander Salmanov, 1960). Gerade chronische Prozesse können deshalb mit der Blutegeltherapie sehr positiv beeinflusst werden. 

Die Behandlung findet in der Praxis statt und ich bin die ganze Zeit anwesend. Einmal angesetzt, kriechen die Blutegel nicht umher, sondern bleiben stationär an Ort und Stelle, bis sie vollgesaugt sind und von alleine abfallen. Der Biss des Blutegels kann anfänglich als leichtes Schmerzempfinden wahrgenommen werden, ähnlich einem Insektenstich oder dem Gefühl, eine Brennnessel angefasst zu haben.

Je nach Beschwerdebild reicht bereits eine Therapiesitzung mit 3 bis 6 Egeln aus oder es werden 2 bis 3 Behandlungen im Abstand von wenigen Wochen durchgeführt. Gerade bei Erkrankungen des Bewegungsapparates wird dadurch oft eine Beschwerdefreiheit von vielen Monaten bis Jahren erreicht. Nach Bedarf kann dann wieder eine Behandlungsserie erfolgen.

Die in meiner Praxis verwendeten medizinischen Blutegel werden in Wil/SG (Hirumed) unter strengsten Hygienevorschriften speziell für ihren Einsatz am Menschen gezüchtet. Die Tiere werden nur einmal verwendet. Für Personen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen müssen oder an einer Blutgerinnungsstörung leiden, ist eine Behandlung mit Blutegeln selbstverständlich nicht geeignet.

WICHTIG: die Blutegeltherapie wird bei Naturheilpraktikern von den Krankenkassen via die Methode "Ausleitende Verfahren" vergütet, welche in der Methodengruppe "Naturheilpraktikerin TEN" inbegriffen ist.